Klasse
für
Schmuck
und
Gerät
(von links nach rechts) Maria Konschake (Jury), Julie Metzdorf (Jury), Katja Köditz (Jury), Stella Wanisch (Jury), Moses Krämer, Elena Speier, Kaya Ryu

KlassenInterner Dannerwettbewerb,
17.04.2026 AdBK Nürnberg
Klasse für Schmuck und Gerät
Thema:
Der Krug
Die Tischdecke
Der Stock
Alle drei Objekte können als handlungs- und körperbezogene bzw. handlungs -und körperweisende Objekte eingesetzt und gelesen werden.
Die Studierenden der Klasse für Schmuck und Gerät der AdBK Nürnberg setzen sich innerhalb des klasseninternen Dannerwettbewerbes mit der Möglichkeit dieser tragenden Rolle der jeweiligen Objekte auseinander.
Jeder Teilnehmer fertigt einen Krug, eine Tischdecke einen Stock an.
Das Objekt soll eine spezifische Handlung (Handlungsablauf), eine spezifische Haltung oder Begegnung hervorrufen und somit im Umgang, dem Gebrauch und in der Begegnung damit eine tragende Rolle einnehmen.
Preisgeldverteilung:
1. Platz: Kaya Ryu und Elena Speier je 700€
Belobigung: Moses Krämer 300€

Kaya Ryu (1. Platz)
Die Arbeit "ein- ein- eine, der- der- die" überzeugt durch die zwei Wege der Annäherung und die Gegenüberstellung von Definition und Erinnerung. Die Fragestellungen, wie man sich einem Objekt nähert undwas es ausmacht sowie die Visualisierung von Erzählungen und Beschreibungen umkreist die Künstlerin auf zwei Wegen: einerseits mit dreidimensionalen Objekten aus selbst hergestelltem, ölbasiertem Wachs, welches ebenso formbar bleibt wie unsere Erinnerungen. Andererseits mit Zeichnungen, die in ihrer Form an Frottagen erinnern und wie ein Abrieb der beschriebenen Objekte wirken. Die Arbeit überzeugt auch durch ihre sehr poetische Herangehensweise.
Elena Speier (1. Platz)
Die Arbeit "Einkehren" überzeugt die Jury durch einen differenzierten Umgang mit Stereotypen „bayerischer Normkultur“, sowie durch einen kritischen Blick auf die eigene Herkunft. Die Jury würdigt dabei auch, dass alle 3 Objekte zu einer Arbeit zusammengefügt sind und deutlich miteinander in Beziehung stehen. Zudem überzeugt der Umgang mit der Idee von „Funktion geben“ und „Funktion nehmen“. Dazu dienen der Künstlerin der alte Wanderstab ihrer Mutter, die Bierkrüge ihrer Jugendsowie das Gefühl wabbeliger Knie nach anstrengenden Pflichtwanderungen der Kindertage. Wanderstab und Bierkrug sind hierbei ihrer Funktion beraubt, wohingegen die Tischdecke zum Tischkissen wird und eine neue Funktion erhält. Die neu geschaffenen Objekte bieten neue Handlungmöglichkeiten.

Moses Krämer (Belobigung)
Der Studierende nähert sich den Objekten Krug, Stock und Tischdecke in einer Performance, die die Jury in ihrer Klarheit überzeugt. Als Requisiten nutzt er Gegenstände, die er täglich bei sich hat: Ein Basecap wird zum Krug, ein Bleistift zum Stock und ein Baumwolltaschentuch zur Tischdecke. Die Objekte erklären sich dabei durch die ausgeführten Handlungen: trinken, kratzen, anrichten. Die Bedeutung des Menschen als Funktionsgeber der Objekte und die darin liegende Einfachheit wird dadurch besonders deutlich.