Klasse
für
Schmuck
und
Gerät

Workshop Sommersemester 2026
mit Ben Heinrich von Feldlaboratorium und Martin Kufieta
Der Lehrworkshop „Leihbibliothek (Wissensspeicher)“ versteht sich als Experimentierfeld zwischen Kunst, Küche und kollektiver Wissensproduktion. Er begreift das Sammeln, Zubereiten und Teilen von Essen als Metapher für den Umgang mit kreativem Wissen, etwas, das entsteht, wenn Materialien, Erinnerungen und Ideen miteinander in Beziehung treten.
Ausgangspunkt ist der Tisch als Ausstellungsraum: ein Ort der Zusammenkunft und des Austauschs, an dem Zutaten, Werkzeuge und Handlungen zu einer Sammlung verschmelzen.
Im Laufe von vier zweitägigen Arbeitsblöcken entwickeln die Studierenden individuelle und kollektive Beiträge zu einem „Menü des kreativen Wissens“, das in der Jahresausstellung öffentlich zugänglich sein wird.
Die Leihbibliothek ist kein klassisches Archiv, sondern ein dynamischer Wissensspeicher, der sich ständig verändert. Wissen wird hier nicht gespeichert, sondern erarbeitet – durch Gespräche, Experimente, Texte, Objekte und Handlungen. Jede*r Studierende bringt eigene Materialien, Geschichten oder Objekte mit, die im Austausch mit anderen neue Verbindungen und Bedeutungen annehmen. So entsteht ein gemeinschaftliches Gedächtnis, das nicht auf Beständigkeit, sondern auf Begegnung ausgerichtet ist.
Die zentrale Frage lautet: Wie kann eine Ausstellungsstrategie vermitteln, dass deine Arbeit fortlaufend, sozial orientiert und kulturell verankert ist?
Gemeinsames Kochen, Essen und Reflektieren dienen als Werkzeuge, um Formen des Sammelns, Organisierens und Verteilens zu erleben. Ausgehend von der Idee, dass Kunst wie Essen durch Kombination, Kontraste, Ordnung und Anordnung bereichert wird, fördert das Projekt sowohl eigenständiges künstlerisches Schaffen als auch gemeinsames Denken und Handeln.
Der Höhepunkt des Projekts ist die Jahresausstellung am 8. Juli. Die Besucher*innen sind eingeladen, die Arbeiten der Studierenden als ein Menü aus Gerichten, Werkzeugen, Aktionen oder Rezepten zu erleben. Jeder Beitrag repräsentiert einen individuellen Wissensspeicher, der sich im Zusammenspiel mit anderen zu einer kollektiven Erfahrung verdichtet.
Wissensspeicher ist somit zugleich Lernraum, Werkstatt und performative Ausstellung – ein Ort, an dem künstlerische Praxis als eine Form der Nahrung, als soziale Geste und als gemeinsames Narrativ verstanden wird.








